Jak jde den po dni a rok po roce, stává se ze současnosti minulost a z minulosti historie. Je to již sto let od doby, kdy se změnil vzhled Michalského výpadu. Od té doby se napsala již dlouhá historie tohoto místa. Rádi bychom se s vámi podělili o tuto historii na těchto stránkách.

Geschichte der Villa Primavesi

In den winkeligen Gassen des alten Olmütz, versteckt hinter einer hohen Mauer, steht ein einsames Gebäude mit Blick in den Park. Es ist ein stummer Zeuge, der den Ereignissen seit einem ganzen Jahrhundert zusieht. Dieser nicht allzu großer, dafür reichlich gegliederter Bau verbergt eine Geschichte reich an historischen Wenden und Änderungen.
Seine Zeit begann bereits am Ende des 18. Jahrhunderts, als nach Mittelmähren die Familie von Paolo Antonio Primavesi aus der norditalienischen Lombardie umgezogen ist. Fünf Generationen lang lebte diese Familie in den bürgerlichen Häusern am Unterring (Dolní náměstí), wo sie eine kleine Bank betrieb. Als die Zeit lief, gewann das Geschlecht Primavesi allmählich an Ansehen und Eigentum. Am Anfang des 20. Jahrhunderts zählte Familie Primavesi zu den bekanntesten adeligen Geschlechtern in ganz Mähren. Zu dieser Zeit, im Jahre 1905, entschied sich Otto Primavesi, der bedeutendste Mitglied des Geschlechtes Primavesi, zusammen mit seiner Frau Eugenie, geb. Butschek, einer aus Wien stammenden Schauspielerin, eine Residenz zu bauen, die der gesellschaftlichen Stellung des Geschlechtes entsprechen würde. Ihr großes Interesse für die damals neu erschienenen Kunstrichtungen und die engen Kontakte mit dem kulturellen Zentrum Österreich-Ungarns führten zur Entstehung einer Residenz im progressiven Jugendstil.
Die Erstellung des Bauplanes überließen sie ihren langjährigen Freunden, dem bereits damals berühmten Architekten Franz, dem Freiherrn von Krausse, und seinem Genossen Josef Tölk. Den beiden Architekten gelang es, den damaligen Jugendstill mit modernen Richtungen geschickt zu verknüpfen, und das Ergebnis war ein reichlich gegliedertes einstöckiges Einfamilienhaus mit einem hohen Mansardendach. Der Bau selbst war eher schmucklos, dafür kompensierte man jedoch mit einer großen Zahl von Erkern und Türmchen und mit einem kleinen an das Haus angeschlossen Terrassengarten, der durch die Olmützer Stadtmauer eingegrenzt wurde. Zur Hauptdominante des Interieurs wurde die riesige Halle im Erdgeschoss, die auch einen Teil des ersten Stocks beanspruchte. Die Halle war als Zentrum des ganzen Hauses gedacht und ihre nostalgische Stimmung wurde durch ein riesiges Vitragefenster mit der Abbildung eines Holzschnittes der Stadt Olmütz aus dem Jahre 1706 betont. Die Halle diente als Zentrum des Familienlebens. Durch eine verglaste Flügeltür gelangte man aus ihr auf eine Veranda mit Blick in den Park. Die Seiteneingänge verbunden die Halle mit dem Zimmer des Hausherren und dem Zimmer seiner Gattin. Im restlichen Teil des Erdgeschosses befand sich ein geräumiges, reichlich getäfeltes Speisezimmer mit Wintergarten.
Im ersten Stock befanden sich die Kinderzimmer, das Zimmer der Amme und das Schlafzimmer, die man über ein hölzernes Treppenhaus mit Galerie betritt. Im Dachgeschoss verbargen sich die Dienstbotenzimmer und Gästezimmer mit eigenem Treppenhaus und separatem Eingang.
Otto Primavesi und seine Gattin unterstützten reichlich die Kunst und sie investierten erhebliche Geldsummen in ihre Entwicklung. Es ist daher kein Wunder, dass sich an der Innenausstattung viele der besten damaligen Künstler beteiligten. Zu ihnen gehörte auch der Familienfreund Anton Hanak, der die Täfelung des Speisezimmers, den Kupferbrunnen „Lebendes Wasser“, die Nachtwächterstatue, wie auch eine Vielzahl von weiteren Kunstwerken entwarf. Von den anderen bedeutenden Künstlern, die sich an der Innenausstattung beteiligten, sollte man noch wenigstens den bildenden Künstler und Architekten Josef Hoffman und den Maler Gustav Klimmt nennen.
Die Ära des Geschlechtes Primavesi in Mähren ging zu Ende im Jahre 1918 nach dem Verfall Österreich-Ungarns, der die Familie sämtlicher Macht beraubte. Die Familienmitglieder glaubten an die ursprüngliche monarchistische Staatsform, und deshalb verkauften sie ihr umfangreiches Eigentum in Mähren und zogen nach Wien um. Die Villa Primavesi wurde im Jahre 1923 durch die Aktiengesellschaft Raffinerie der bäuerlichen Zuckerfabriken in Prerau (Přerov) erworben, wo die Familie auch ihren Einfluss hatte. Im Jahre 1923 übertrugen die Zuckerfabriken die Villa auf Doktor František Koutný. Doktor Koutný führte in demselben Jahr den Umbau der Villa zu einem Privatsanatorium nach dem Projekt des Baumeisters Julius Schmalz durch. Am schlimmsten wurde von diesem Umbau das Mansardendach betroffen, die Mehrheit der Werke von Hanak wurde beseitigt und es wurden zwei Operationssaale angebaut. Das Erdgeschoss diente als Wohnung der Familie von Doktor Koutný. Im ersten Stock entstanden acht Zimmer für Gebärende und an beiden Enden wurden Operationssaale mit großen Fenster angebaut. Im zweiten Stock entstanden neun Zimmer für Patienten nach Bauch- und urologischen Operationen. Im letzten Stock, im Dachgeschoss, lebten zwölf Ordenschwester. Nach dem Tode von Doktor Koutný prosperierte das Privatsanatorium nicht mehr und im Jahre 1939 wurde sie an Doktor Robert Pospíšil, Doktor Koutnýs Mitschüler und Mitarbeiter, verkauft. Das Sanatorium funktionierte weiter als stationäre Einrichtung, ohne dass wesentliche bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Im Jahre 1952 wurde das Privatsanatorium verstaatlicht und als ambulante Einrichtung in den Netz der staatlichen Gesundheitspflege eingegliedert. Diese Veränderung verlangte wesentliche bauliche Eingriffe. So kam es zur Beseitigung der letzten Exemplare Hanaks Statuen, wie auch des Mobiliars aus den Zimmern des Hausheeren und seiner Gattin. In den achtziger Jahren wurde die Villa Primavesi zum Kulturdenkmal der modernen Architektur erklärt, was die Erarbeitung eines Rekonstruktionsprojekt initiierte. Die Rekonstruktion sollte so gut wie möglich den Zustand aus der Zeit herstellen, als die Villa im Eigentum vom Geschlecht Primavesi war. Diese Rekonstruktion wurde jedoch nie realisiert.
Nach der Wende im Jahre 1989 wurde die Villa auf Verlangen von Olga Dvoráčková, der Tochter des Doktor Pospíšil, in Privatbesitz zurückgegeben. Nach den vielen Jahren sozialistischer Pflege befand sich die Villa leider in völlig verwahrlostem Zustand. Der erste Versuch um ihre Rettung und die Rekonstruktion zu einem Unternehmerclub durch die Firma Primavia scheiterte und die Firma brachte sie an den Rand des Zusammensturzes. Die Villa blieb ohne Fenster, Türen und ohne alle historisch wertvollen Gegenstände. Die endeten irgendwo in Restaurationswerkstätten.
Nach den schlechten Erfahrung mit Investoren begann Pavla Honzíková, die Tochter der Besitzerin, im Jahre 1996 die Villa auf eigene Kosten zu restaurieren. Für die Reparaturen der Villa, die sich in einem katastrophalen Zustand befand, bekam sie eine Staatsdotation in Höhe von 250.000 CZK. Nach mehreren Jahren mühsamen Suchens wurden fast alle historischen Werke gefunden und die Villa erwachte langsam zu einem neuen Leben. Im Dachgeschossbereich befinden sich heute Wohnungen und Firmensitze. Das historisch wertvolle Geschoss ist zum Teil als „Galerie Primavesi“ der Öffentlichkeit zugänglich.
Das Erdgeschoss, wo ursprünglich technische Unterstützung des Gebäudes hauste, hat Jana Lerchova nach umfangreicher Rekonstruktion in 2008 in ein stilechtes Restaurant umwandelt, das die Gäste an die Atmosphäre der damaligen Zeit erinnern soll, um wieder geselliges Leben in diese wunderschöne Villa zu bringen.